BINN – BürgerInitativen-Netzwerk Neckartal Es liegen noch keine Ergebnisse vor

Rhein-Neckar-Zeitung 29-3-2019: Für eine bessere Verkehrsplanung

HSt 26.3.2019: BürgerInitiativen-Netzwerk Neckartal Vorstellung

Der Kampf gegen den Flächenfrass und die Versiegelung der Natur ist allen Bürgerinitativen gemeinsam, die in diesem Netzwerk aktiv sind – wir gehören dazu!

 

Heilbronner Stimme 25.03.2019

Rhein-Neckar-Zeitung: BINN (Artikel über das BINN)

Die Ressource Boden ist endlich. In unserer Region gibt es Bürgerinitiativen, welche sich in verschieden Städten und Gemeinden mit dem Thema Flächenverbrauch und Verkehr beschäftigen.

Nach mehreren vorbereitenden Treffen hat sich am 13.11.2018 das BINNBürgerInitiativen-Netzwerk Neckartal gegründet. Aktuell aktiv vertreten sind Haßmersheim, Bad Friedrichshall, Bad Rappenau, Bad Wimpfen, Ober- und Untereisesheim und Neckarsulm. Neu dabei ist auch die Bürgerinitiative „Wehräcker“ aus Abstatt

Das Netzwerk setzt sich zusammen aus Bürgerinitiativen und engagierten Bürgern, die sich in der Hauptsache gegen anstehende Straßenbau- und Straßenausbauprojekte engagieren. Weiterer Flächenverbrauch für Gewerbe- und Wohngebiete muss kritisch hinterfragt werden.

Dabei begründet sich der Widerstand gegen diese Maßnahmen in Erkenntnissen, die durch Hinterfragen von Prognose-Daten gewonnen worden sind. Außerdem zeigen die bisherigen Erfahrungen, dass sämtliche, vermeintlich unumgängliche größere Straßenbaumaßnahmen  in den letzten Jahrzehnten  nicht zu den versprochenen Entlastungswirkungen für die Einwohner geführt haben.

Das BINN erkennt, dass der Wohlstand, der in der Region durch das tatsächlich weltberühmte Arbeitsethos seiner Einwohner entstanden ist, nicht zu realistischen und innovativen Konzepten im Bereich der Verkehrsplanung geführt hat. Kluge Ideen, die in vielen Ländern inzwischen erfolgreich umgesetzt sind, werden im Land der Tüftler und Erfinder nicht wahrgenommen. Stattdessen werden veraltete Verkehrskonzepte aus den 70er-Jahren weiterverfolgt.

Abgesehen von dem immensen finanziellen Schaden, den die Politik als Entscheidungsträger den Bürgern durch die hohen Gesamtkosten des Straßenbaus zufügt, sind die Auswirkungen auf die Basis für das menschliche Leben im besten Fall nur noch abzumildern.

Die Zielsetzung des Zusammenschlusses ist neben einem permanenten Erfahrungs- und Informationsaustausch in diesen vier Hauptforderungen beschrieben:

  1. Konsequenter Ausbau und Vernetzung von ÖPNV, Rad- und Gehwegen
  2. Reduktion, bzw. Stopp von weiterem Flächenverbrauch
  3. Eine kluge, vernünftige und gesunde Entwicklung der Raumschaft
  4. Erhalt und Verbesserung der Lebensqualität

POSITIONSPAPIER DES BINN (BürgerInitiativen-Netzwerk Neckartal)

  1. Flächenverbrauch
    1. Es muss eine überregionale Bedarfsermittlung im Bereich Gewerbe- und Wohnbau erfolgen, unter Berücksichtigung des Überangebots an Arbeitsplätzen und des Mangels an Wohnungen.
    2. Wir fordern eine Evaluierung vonseiten der Kommunen ohne Neiddebatten. Die Ausrichtung muss eine zukunftsorientierte Entwicklung der gesamten Region und darüber hinaus sein.
    3. Bestehende Gewerbegebiete müssen genutzt, auf vertikale Bebauungsmöglichkeiten und mögliche Wohnansiedlungen geprüft werden. Zusätzliche Arbeitsplätze müssen auf bereits erschlossenen Flächen angesiedelt werden.
    4. Alle anstehenden und zukünftigen Bauprojekte müssen von Beginn an transparent und unter Bürgerbeteiligung diskutiert werden.
    5. Es darf keine Genehmigung für Bauprojekte geben, wenn nicht vorher verkehrsinfrastrukturelle Voraussetzungen geschaffen sind, die den ÖPNV als wichtigsten Verkehrsträger einsetzen.
  2. Verkehr
    1. Die Politik muss die Entwicklung der Verkehrsströme und Verkehrsträger lenken.
    2. Es muss ein überregionales Verkehrskonzept erstellt werden, das den ÖPNV als wichtigstes Verkehrsmittel voranstellt. Außer über die Etablierung eines dichten, hochfrequenten und bedarfsgerechten Netzes des ÖPNV muss die Nutzung attraktiv, leicht verständlich und über günstige Tarife gesteuert werden.
    3. Die Politik muss den Zusammenschluss der verschiedenen Verkehrsverbünde im Raum in Hinblick auf Planungssicherheit und Umsetzung von neuen Konzepten vorantreiben.
    4. Unternehmen müssen von der Politik in die Pflicht genommen werden, Mobilitätskonzepte mit verbindlichen Umsetzungsquoten zu etablieren. Konzepte und Quoten müssen transparent kommuniziert werden.
    5. Die Kosten von geplanten Straßenbauprojekten müssen jederzeit offen und nachvollziehbar dargestellt werden.
    6. Weiterer Straßenbau schränkt die Entwicklung der Raumschaft im Hinblick auf die Umsetzung moderner Verkehrskonzepte ein. Wir wehren uns gegen Maßnahmen, die aus kurzsichtigen Erwägungen heute umgesetzt werden und damit zukünftige Prioritäten außer Acht lassen.
  3. Entwicklung der Raumschaft
    1. Unsere Raumschaft muss sich als Ganzes begreifen und entwickeln.
    2. Das Bestehen auf bisherige Vorgehensweisen ist für eine zukünftige Prosperität schädlich. Das betrifft den Bereich der Arbeitsplatzsicherung genauso wie den Erhalt der Bürgergesundheit und Lebensqualität.
    3. Als innovative und wirtschaftlich starke Region stehen wir in der Pflicht, eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Von hier müssen Impulse für gesellschaftliche, ökologische und wirtschaftliche Entwicklung ausgehen.
    4. Der Naturschutz und der Klimaschutz müssen im politischen und wirtschaftlichen Handeln oberste Priorität einnehmen.
    5. Die derzeit laufenden Planungen und Umsetzungen von Straßen- und Gewerbebaumaßnahmen müssen kostenseitig die langfristigen Schäden für unsere Umwelt und dadurch für die Gesellschaft aufzeigen.
    6. Der weitere Entzug unserer Lebensgrundlage durch das Zerstören von Ackerland und ökologischen Nutzflächen muss in allen Aspekten mit der Bevölkerung diskutiert werden. Hierfür müssen alle zu berücksichtigenden Parameter ermittelt und offengelegt werden, da nur dadurch eine gerechte Möglichkeit zur Meinungsbildung gegeben ist.
    7. Bei der Versiegelung von Flächen durch Baumaßnahmen, müssen im Gegenzug bereits versiegelte Flächen renaturiert werden. Die Praxis der Erklärung von schon vorhandenen Naturflächen zu „Ausgleichsflächen“, muss aufgegeben
    8. Der Handel mit den sogenannten „Öko-Punkten“ muss aufgegeben werden, zugunsten eines flächendeckend naturverträglichen Handelns, das langfristig den gesellschaftlichen Konsens sichert.

Erarbeitet und gezeichnet von

Martina Burkert (Bad Wimpfen) – Sylvia Göbel (Haßmersheim) – Claus Herz (Bad Wimpfen) – Wolfgang Klenck (Obereisesheim) – Andrea Leimpek (Haßmersheim) – Christiane Müller (Neckarsulm) – Dr. Stefan Müller (Neckarsulm) – Volker Raith (Neckarsulm) – Bettina Scheid-Mosbacher (Bad Wimpfen) – Horst Schulz (Bad Friedrichshall) – Dieter Wagner (Neckarsulm)

 

 

  1. Januar 2019

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